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01.04.2004, 11:00am

Bonjour mes Dames et Messieurs!

Angekommen in einem weiteren schoenen Teil der Erde, Papeete auf Tahiti, wurde gleich mal mein Franzoesisch auf den Pruefstand genommen. Und ich muss gestehen, ich habe jaemmerlich versagt. Nach 4 Monaten Englisch brauchte ich ein paare Tage bis ich wenigstens ein paar Woerter stammeln konnte. Immer wenn ich was sagen wollte kams auf Englisch. Nach dem Expojahr hatte ich das Gefuehl parler le Francais ist nicht allzusschwer, bloss irgendwo war ein Knopf in der Leitung hier auf Tahiti. Naja,hab mich auf alle Faelle 8 Tage durchschlagen koennen hier. Bin um 00:30 vor dem Flughafen gestanden und habe mit Mama (so werden auf den Cooks alle Frauen ueber 45 genannt), eine 55jaehrige Englaenderin die seit einem Jahr in Neusseland wohnt, unser Hostel gesucht. Genannt "Chez Fifi"... Wir haben die Pension im Dunkeln gefunden, jedoch habe ich Fifi nicht gesehen. :-( War ganz ok, man hatte nicht viel gutes ueber das Hostel gehoert, jedoch ist es das einzige so nahe am Flughafen, und guenstig. Franzoesisch Polynesien ist uebrigens der Fleck Erde wo vor knapp 10 Jahren Frankreich, neu unter den Fittichen von Jaques Chirac, seine Atomtest gemacht hatte, genau auf dem Moruora-Atoll. Nicht sehr nett, Sprueche wie "Stop Jaques!" oder "Fuck Chirac!" waren deshalb sehr gelaeufig. Und wenn wir schon beim Laestern sind (das macht ab und zu schon Spass, nicht? :-) ) es ist halt schon komisch wenn dich jemand anspricht der eigentlich aussieht wie ein Maori (franz. Polynesien ist die Ursprungsstaedte der Maoris von Neuseeland und Cook Islands) und dann franzoesisch palavert. Kolonialissmus sei Dank, gilt genau so fuer die Englaender. Bin mir bis heute noch nicht sicher was ich vom Kolonialsissmus und spaeter von den Missionaren halten soll. Zum einen wuerde der eine oder andere Tribe (Stamm von Einheimischen) noch heute Leute im Suppenkessel kochen, zum anderen ist eigentlich doch abzusehen, dass in 100 Jahren ausser das Niedergeschriebene und die Hautfarbe nicht mehr viel von dieser Kultur vorhanden sein wird...

Am naechsten Morgen bin ich gleich zu Air Tahiti und habe mir ein den "Pass Bleu" gekauft. Air Pass fuer nach Bora Bora, Huahine, Moorea und zurueck. Kostet nur ca 250.-! War das erste mal erstaunt und nicht das letzte mal. Tahiti kann verhaeltnisweise sehr sehr guenstig bereist werden. Pro Tag 100.- (Das ist ein Durchschnittsbudget mit dem sich in der Suedsee, Neuseeland und Australien ganz gut leben laesst) ist durchaus realistisch! Was teuer ist sind gute Hotels, Auto oder Scootermiete und Touren. Mit dem Bus fuhr ich nach Papeete und hab mich in der Stadt umgesehen. Voila, on est en France. Peugeot, Renault, Citroen, das sind die einzigen Automarken die man sieht. Und naturlich haben alle Beulen wie sich das gehoert fuer Franzosen. Man konnte ploetzlich Crepes, Omlettes, Juis de fruits, etc haben, was in den letzten 7 Wochen nie moeglich war. Abends um 5 gings dann nach Bora Bora.

Tjo, Bora Bora!! Die Insel der Inseln aller Inseln. Sagt man. Sie kann dieses Argument aber nicht erfuellen. Bora Bora hat traumhafte Resorts an sensationellen Plaetzen. Aber da kommt man nur hin wenn man pro Nacht min mal so ab 600.-/1 oder 2 Peronen hinlegt. Das wars mir nicht wert. Ich habe eine nette kleine Pension gefunden, Chez Rosine Masson. Habe alles gehabt was ich brauche und die Nacht kostete 40.- Am ersten Abend bin ich aber dann ins Bora Bora Lagoon Resort und habe mir bei einem Buffetdinner und einer Polynesian Islandnight einen schoenen Abend gemacht. Das war wirklich toll. Aber habe mich wohl gefuehlt als ich danach als einziger Tourist wieder mit dem Boot ans Festland gebracht wurde. Am naechsten Tag habe ich mir ein Roller gemietet und habe eine Tour des Ile gemacht. Ja und im Hnterland von Bora Bora siehts eben genau gleich aus wie auf Cooks oder sonstwo. Und Bora Bora hat mit Abstand die schlechteste Inselstrasse aller Inseln die ich gesehen habe. Wo fliesst da wohl die Kohle der Resorts hin...? Anyway, Bora Bora ist ganz nett aber zum Glueck habe ich mir keine falschen illusionen gemacht, ansonsten waere ich glaub enttaeuscht gewesen. Am naechsten Tag hats dann geregnet wie aus Kuebeln, und zwar 24h. War nicht traurig als mein Flieger nach Huhaine abflog, bloss da wars nicht besser.

Es regnete auch hier einen weiteren Tag in Stroemen. Das war das erste mal, dass ich im Suedpazifik trotz Regenzeit so schlechtes Wetter hatte. Habe dann aber erfahren, dass das doch aussergewoehnlich war und ein kleiner Sturm ueber die Inseln zog. Hab mir dann ernsthaft ueberlegt gleich nach Papeete weiterzufliegen und doch noch nach Los Angeles zu gehen fuer ein paar Tage. Das hat gewirkt und das Wetter wurde besser. Habe auch hier nen Scooter gemietet und eine Inselrundfahrt gemacht. Huhaine ist eine sehr urspruengliche Insel mit wenig Tourismus. Allgemein hatte es wenig Touristen hier in franzoesisch Polynesein, war nie ein Problem eine Unterkunft zu kriegen oder etwas zu buchen. Konnte hier eine Perlenfarm angucken, oder zumindest Teile davon, weil die schwarzen Perlen des Suedpazifiks sind doch immer noch ein gut gehuetetes Geheimnis.

Die Zeit vergeht schnell in den letzten Tagen und schon gings weiter nach Moorea. Am Flughafen gibts kein Bus, Taxi und Automieten ist exorbitant teuer (ich liebe den Ausdruck!) und Shuttle war auch keines da, weil ich hatte ja wie immer nichts im voraus gebucht hatte. (Brachte uebrigens den Besitzer von Rosine in Bora Bora recht ins staunen) So lief ich eben zur Hauptstrasse und machte Autosstopp. 2 min spaeter sass ich im Auto nach Vaiare. Hier mietete ich, genau, wieder ein Scooter und fuhr mit meinem ganzen Gepaeck ans andere Ende der Insel, ca 35km. Moorea ist eine wunderschoene Insel. Blaue Lagoonen, Berge bis zu 850m hoch und schroff und die Leute sind offener als auf Huhaine und freundlicher als auf Bora Bora. Am naechsten Tag bin ich auf eine Lagoonen Tour. Das wollte ich schon in Borea Bora machen, aber eben das Wetter... War ziemlich touristische Sache. Mit 2 Booten gings raus, ca 70 Leute. War ein Negativpunkt, und wird dann peinlich wenn nach dem Picknick-Lunch, was normaler europaeischer Food war, eine hyperintelligente Amerikannerin (so hat sie sich jedenfalls aufgefuehrt) zum Tourguide sagt: "Thanks for sharing your culture with US. All the Americans love you." Ja da muss mann sich schon zusammennehmen um nicht gleich hinterher zu rufen: "Shame on you, Mr. Bush!" OK, war ein politischer Ausrutscher. Zurueck zur Tour: nebst diesen negativen Sachen hats aber 2 ganz geile positive Sachen gehabt. Beim ersten Stop konnte man mit Sharks (Ja, Hai's!!) schwimmen gehen. Wir waren vielleicht nur etwa 12-15 die ins Wasser kamen, die anderen guckten vom Boot aus. Aber lieber von nem Hai gefressen werden als sich das Abenteuer entgehen lassen. War sensationell mal Auge in Auge mit einem Hai zu sein. Klar, die Dinger sind ja grundsaetzlich nicht agressiv gegenueber Menschen, aber Garantie gibt dir keiner... Beim naechsten Stop konnten dann alle mit den Stingrays schwimmen. Dieser Fisch ist auch nicht ungefaehrlich, bloss haben sich die hier an die Leute gewohnt und schleichen sich schon mal um deine Beine oder lutschen an deinen Fingern. War also wirklich eindruecklich. Auch auf Moorea hab ich natuerlich eine Inselrundfahrt gemacht. Mit einem Tag mehr Zeit haette ich noch eine Tour auf den Hoechsten Berg hier gemacht. Aber so habe doch eine recht gute Ausrede warum ich mir die Muehe sparen konnte. Es ist alsO kein Honigschlecken bei den Temperaturen in den Felsen rumzuklettern!

Heute ist also mein letzter Tag von meinem kleinen Reisli. Auch die Suedsee war wunderschoen, kann ich nur empfehlen. Habe nie den "Inselkoller" gehabt. Nun, es ist schon hart sich vom Travellerleben zu verabschieden. Vorallem war diese Zeit ploetzlich so schnell vorbei... Aber ich habe viel erlebt und es ist auch gut mal Zeit zu haben das alles zu verdauen. In 50h bin ich zuhause und freue mich auf ein Wiedersehen! Vielen Dank fuers fleissige mitlesen, der Counter hat fleissig mitgezaehlt, un hoffe ihr hattet wenigstens ein bisschen von dem Spass beim lesen, den ich beim erleben gehabt habe.

Ach ja, zuhause heisse ich wieder Lorenz :-)